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02Jun

Zukunft für den Würmsee

Der Würmsee verlandet

Der Würmsee verlandet

Wir GRÜNEN kennen und schätzen den Würmsee als ortsnahe und naturnahe Stätte für Spaziergang und Erholung. Am liebsten möchten wir – wie sehr viele andere Bürger – ihn so erhalten, wie er noch vor 20 Jahren war: eine große Wasserfläche mit einer Insel, ein schöner Weg um den See, im Sommer eine Teilfläche mit Seerosen bedeckt, im Winter eine große Eisfläche zum Schlittschuhlaufen. Aber der Wasserstand sinkt von Jahr zu Jahr, der See verlandet, man geht nicht mehr gern dorthin.

Wir möchten deshalb erreichen, dass es jetzt, nach jahrelangen Diskussionen und Vorarbeiten, zu einer Entscheidung über das weitere Vorgehen am Würmsee kommt. Nach unserer Beurteilung ist dabei noch offen, ob das mit viel oder wenig Wasser erfolgen sollte, ob das mit viel oder wenig Geld erfolgen sollte, und offen bleibt für uns vorerst insbesondere die Frage, ob der Würmsee in 20 Jahren noch ein See oder aber verlandet sein wird.

Wir GRÜNEN fanden bereits vor 30 Jahren die Idee gut, die wir auch heute noch am ehesten naturgemäß und nachhaltig finden: den Würmsee sich selbst und der Natur zu überlassen, weil wir davon überzeugt sind, dass die Natur letztlich doch stärker ist als wir Menschen.

Wenn wir uns dann aber vorzustellen versuchen, was das konkret bedeutet, den See sich selbst zu überlassen, dann stellen sich uns sofort die folgenden Fragen:

  • Dürfen und können dann noch Besucher an den See?
  • Falls ja: Kann man die Wege so lassen, wie sie sind und sich weiter entwickeln würden? Die Pflanzen und die Bäume mit ihren herabfallenden Ästen?
  • Sollen Parkplatz und Gastwirtschaft bleiben und sich ebenfalls selbst überlassen werden?
  • Was passiert in dieser Umgebung mit dem gerade per Bebauungsplan neu definierten Wochenendhausgebiet und den dort wohnenden Menschen?

Unsere Erkenntnis: Einfach den See sich selbst zu überlassen ist keine Lösung!

Neben älteren Gutachten, z.B. „Landschaftsraum Würmsee“ der Planungsgruppe Ökologie + Umwelt von 1980 (u.a. mit Ursachenforschung für den sinkenden Wasserstand), liegt uns aktuell vor:

  • „Entwicklungskonzept Würmsee“ vom Büro für Freiraumplanung Christine Früh von 2012
  • Kostenzusammenstellung für die Umsetzung dieses Konzepts (Stadt Burgwedel gemeinsam mit Region und Realverband) und einstimmige Entscheidung des zuständigen Rats-Ausschusses im Januar 2013, für die Realisierung dieses Konzeptes 194.300€ im Haushalt 2013 und 2014 bereitzustellen
  • „Entschlammungsgutachten“ mit Kostenschätzung für eine Teilentschlammung von KLS, Hamburg, von 2014

Folgende Vorgehensweise halten wir auf diesen Grundlagen für die beste:

  1. Die Stadt Burgwedel versucht, sich mit dem Realverband Kleinburgwedel als Eigentümer des Sees auf eine Übernahme der Verantwortung durch die Stadt zu einigen, z.B. über einen sehr langfristigen Pachtvertrag. Das gibt der Stadt die notwendige Handlungsfähigkeit und entlastet den Realverband von dieser für ihn artfremden Aufgabe
  2. Es wird neu überprüft, wie viel vom „Früh“-Konzept machbar und bezahlbar ist und insbesondere, in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen die Region noch finanziell und kooperierend dabei ist. Die Prüfung der Umsetzbarkeit betrifft dann sowohl den eventuellen Umfang durchzuführender Entschlammung als auch die einzelnen Teilvorhaben.

Das Gutachten von Christine Früh möchten wir deshalb nicht einfach aufgeben, weil es unserer Meinung nach besser ist, als es mit dem Herausgreifen einzelner Details häufig zitiert wird, weil es auf wichtige der auftauchenden Fragen eine Antwort gibt und ein Konzept liefert. Zwei Punkte halten wir für besonders interessant und nützlich für unsere Überlegungen:

  1. Das Gutachten weist auf die Lage des Würmsees zwischen den Naturschutzgebieten Trunnenmoor und Bissendorfer Moor hin und auf die Rolle, die er übernehmen kann als Besucher- und Informationszentrum, wenn er von Menschen gut erreicht werden kann und wenn er gern besucht wird. (Zur Erreichbarkeit und zur Attraktivität sind im Gutachten einige Vorschläge enthalten.)
  2. Das Entwicklungskonzept geht dabei von einem kontinuierlichen Verlandungsprozess des Sees aus, und diese „Landschaft in ihrer Veränderung in den Blick rücken“ soll zentrales Thema des Konzepts zum Naturerleben sein und durch entsprechende Informationen und Medien ausgearbeitet und verdeutlicht werden. Dabei kann der Verlandungsprozess durch groß- oder kleinflächige Entschlammungsaktionen und eventuelle Wiederholungen in einem gewissen Grad verlangsamt werden.

Deshalb schlagen wir als nächste Vorbereitungsschritte durch die Stadt Burgwedel vor:

  1. Klärung der Verantwortlichkeit mit dem Realverband
  2. Aktualisierung von Machbarkeit und Kosten auf der Grundlage des Früh-Konzeptes
Verfasst am 02.06.2015 um 15:31 Uhr von mit den Stichworten .

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